Aktuelle Informationen aus unserem Verein und aus der Pamir Times

 

27.10.2014

In Spiegel-online kommt ein kurzer Artikel über eine Bergführerschule im Shimshal-Tal, an welcher auch Frauen als Bergführerinnen ausgebildet werden: Hier ist der Link: http://www.spiegel.de/karriere/ausland/pakistan-ausbildung-in-shimshal-zur-bergfuehrerin-a-998923.html

05.08.2015

Anfang August kam es im gesamtem Hunza-Tal, im Charpusan-Tal und im Shimshal-Tal nach starken Regenfällen zu Überschwemmungen. Straßen und Felder wurden zerstört.

10.09.2015

Mehr als 5 Jahre nach dem verheerenden Erdrutsch ist das obere Hunzatal wieder über den Karakorum Highway erreichbar. Die chinesischen Straßenbauer haben 4 Tunnels erreichtet mit einer Gesamtlänge von 14 Kilometern, auf denen man den Stausee umfahren kann. Der Hunzafluss bringt so viel Geröll in den Stausee, dass man davon ausgeht, dass dieser in etwa 50 Jahren verlandet sein wird.

23.09.2015

Auf unserer Mitgliederversammlung wurde der bisherige Vorstand wiedergewählt. Unser Verein wurde für die Jahre 2012 bis 2014 von der Körperschafts- und der Gewerbesteuer befreit.

10.04.2016

Heftige Regenfälle führten zusammen mit den Wassermassen der Schneeschmelze im gesamten oberen Hunzatal zwischen Sost und Karimabad zu Erdrutschen. Dabei wurde der neu ausgebaute Karakorum Highway zwischen Husseini und Gulmit komplett zerstört.

31.05.2016

Zwei Mitglieder unseres Vereins werden vom 26.07. bis zum 19.08.2016 zusammen mit drei weiteren Teilnehmern Trekkingtouren im Shimshaltal durchführen. Das Shimshaltal ist ein einsames und schwer zugängliches Seitental des oberen Hunzatals. Dabei werden wir auch unsere Partnerorganisation MASO besuchen und die Verwendung unserer Spendengelder überprüfen. Auch die zukünftig von uns zu unterstützende Projekte werden wir besprechen. Sobald wir zurück sind, werden wir darüber berichten.

11.09.2016

Wir sind aus Pakistan zurück. Die Trekkingtour zum Shimshalpass war für uns ein einmaliges Erlebnis: Die grandiose Landschaft, die große Gastfreundschaft der Einheimischen und das harte Almleben auf 4700 Meter Höhe mit 600 Yaks und 3500 Schafen und Ziegen haben uns sehr beeindruckt.

Wir haben auch die verschiedenen Projekte besichtigt, die mit unseren Spendengeldern unterstützt wurden:

  • Mit Hilfe moderner Methoden zur Trocknung von Aprikosen können die Bauern einen wesentlich höheren Preis für ihre Ware erzielen.
  • Wir haben junge Frauen kennengelernt, die von ihrer Familie keine Unterstützung für eine qualifizierte Berufsausbildung erhalten können. Bereits in der Vergangenheit haben wir diese Frauen unterstützt und werden das auch in Zukunft tun.
  • Wir haben ein kleines Restaurant besucht, welches von Frauen sehr erfolgreich betrieben wird. Sie haben von unseren Spendengeldern einen Startkredit erhalten.
  • Seit September 2015 kann der durch den Erdrutsch im Januar 2010 entstandene Stausee über 4 Tunnels mit einer Länge von zusammen 14 Kilometern umfahren werden. In diesem Zusammenhang hat sich ein innerpakistanischer Tourismus im Hunzatal entwickelt und es entstehen neue Absatzmärkte. Die Frauen verkaufen selbstgemachte Marmelade aus Aprikosen und Sanddorn sowie Sanddornsaft.

Allerdings können bisher nur die Frauen aus dem Hunzatal die infrastrukturellen Vorteile aus der neuen Straßenverbindung nutzen. Es gibt verschiedene Seitentäler (Chapursan, Shimshal, Boibar, Misgar), die weit abseits des Karakorum Highways liegen. Wir wollen zukünftig verstärkt in diesen Seitentälern Frauenbildungsprogramme unterstützen.

 

Hier ist der Bericht von der Besichtigung der von uns unterstützten Projekte:

 

Bericht über den Besuch bei MASO und Golson am 14. August 2016 in Gulmit / Hunz / Gilgit Baltistan / Pakistan

Auf Einladung von Rashid trafen wir uns mit Mitarbeitern von Golson und Maso sowie Schülerinnen aus dem Hunza-Valley.

Wir haben kurz Einblick in die div. Büros, die im Haus von Golson zusammen arbeiten, nehmen können.

Im Büro von Maso wurde uns der neue Chairman vorgestellt. (In der weiteren Diskussion zeigte sich jedoch, dass treibende Kraft weiterhin Abdul Rashid ist)

Maso informierte uns, dass es die Biolandwirtschaft zukünftig stärker fördern will. Weiterhin sollen einzelne Frauen unterstützt werden, damit diese ein eigenes Geschäft/Business  aufbauen können. (Wir konnten uns später überzeugen, dass dies bereits teilweise funktioniert)

Die Al Amin Schule wurde als Modellschule errichtet und wird seit einigen Jahren erfolgreich geführt. Sie wird in Englisch, nicht in der Landessprache Urdu, geführt. Wesentliche Idee ist daneben, die Schule und die Praxis stärker zu verbinden und zu ermöglichen bzw. verstärken, dass die Schülerinnen nach Abschluss der Schule im Ort verbleiben und ihr Wissen hier einsetzen können und werden.

Entsprechend unserem zuvor geäusserten Wunsch konnten wir mit einigen Schülerinnen, die um Unterstützung gebeten hatten, ausführlich sprechen. Dies erfolgte meist in Englisch, nur teilweise hat Rashid Dolmetscherdienste geleistet.

1. Eine Schülerin, die kurz vor ihrem Abschluss der Schule war, will später Frauenärztin werden. Diesen Beruf will sie im Hunza-Valley ausüben, weil sie meint, dass gerade Frauen in diesem intimen ärztlichen Bereich im Hunzagebiet unterversorgt sind. Sie hat uns durch ihre offene und selbstbewusste Art überzeugt.

2. Ebenfalls im Hunza-Valley will später eine Schülerin arbeiten, wenn sie mit unserer Unterstützung Augenärztin werden kann. Nach ihren schulischen Leistungen befragt gab sie diese als hervorragend an, sodass sie glaubt, den Ansprüchen des Studiums gewachsen zu sein.

3. Ein Mädchen gab Englischlehrerin als ihren Berufswunsch an

4. + 5. Zwei Schülerinnen geben als Berufswunsch Kindergärtnerin an

6. Für eine Schülerin, die wegen einer Schulveranstaltung nicht kommen konnte, sprach ihre Mutter. Sie erklärte, dass ihre Tochter Chirurgin werden möchte. Um Schulgeld und Studium bezahlen zu können, fehlt jedoch der armen Bauernfamilie das erforderliche Einkommen.

7. Grundschullehrerin im Hunza-Valley war Berufswunsch einer Schülerin, die auch nach einer eventuellen Heirat weiter berufstätig bleiben will.

8. Praktisch ohne Einkommen ist ein Bauer, dessen Land durch den Stausee überschwemmt worden ist. Für das Land bekam er zwar eine kleine Entschädigung von den  Behörden. Davon kann er aber kein Ersatzland kaufen, sodass er auf sehr spärliche Taglohnarbeiten angewiesen ist. Seine Tochter will Ingeneurin werden und für die Infrastruktur im Hunzavalley tätig werden.

 

Abschliessend wurden wir gebeten, die noch recht junge Organisation, die sich um Frauen- und Schülerinnenförderung im nordwestlichen Seitental (Chapursan-Tal) mit dem Heiligtum (Baba Ghundi) kümmern will, in Zukunft ebenfalls zu unterstützen.

 

Nach dem gemeinsamen Mittagessen besichtigten wir verschiedene Projekte, die mit unseren Spendengeldern gefördert wurden:

 

·         Verschiedene Familien haben sich zu einer Art Kooperative zusammengeschlossen, um mit modernen Methoden qualitativ hochwertige, getrocknete Aprikosen herzustellen. Mit dieser hohen Qualität können sie am Markt einen bis um den Faktor 6 höheren Preis

 

·         Wir haben ein kleines Cafe / Restaurant besichtigt, welches einige Frauen in Eigenverantwortung eröffnet haben. Von unseren Spendenfeldern haben sie ein Startkapital erhalten.

 

 

·         Wir haben eine Handarbeitswerkeinrichtung besichtigt, in welcher eine Mastertrainerin schon etwa 300 Frauen geschult hat.

 

·         Wir haben Verkaufskioske gesehen, in welchen Frauen selbstgefertigte Marmeladen und Fruchtsäfte verkaufen. Die Frauen sind in Schulungen, die auch mit unseren Spendengeldern durchgeführt wurden, in den verschiedenen Herstellungstechniken unterrichtet worden.

 

 

Wir haben bei allen diesen Kontakten selbstbewusste und weltoffene Frauen erlebt, die stolz sind, dass mit den erlernten Fähigkeiten einen Teil zur finanziellen Sicherung ihrer Familie beitragen können.

 

Hans Wölcken / Martin Thaler

 

31.07.2018

Hans Wölcken war erneut zu einer mehrwöchigen Treckingtour im Hunzatal. In diesem Zusammenhang hat er auch die von uns geförderten Projekte besichtigt. Er hat uns nur positives berichtet: die Projekte kommen gut voran und die Stimmung bei unseren Partner MASO und GOLSON ist sehr gut. Selbstvesrtändlich gibt es immer neue Anfragen zu Projekten, die unterstützt werden sollen. Wir müssen dann aber darauf hinweisen, dass wir mit dem Spendenaufkommen nur einen kleine Beitrag leisten können. Für uns ist es wichtig, dass wir die laufenden Projekte nachhaltig und dauerhaft unterstützen können. Neue Projekte können wir erst fördern, wenn alte Projekte abgeschlossen sind oder wenn wir deutlich höhere Spenden einnehmen.